Diese Hinweise sollen jedem zukünftigen Bauwerber/in einen Überblick über die nötigen Schritte für der Verlauf eines ordnungsgemäßen und reibungslosen Bauverfahrens geben:

1. Die ersten Schritte

  • Noch vor dem Ansuchen sind nachfolgende Informationen einzuholen:
  • rechtliche Grundlagen zur Bebauung Ihres Grundstücks (Flächenwidmungsplan, Bebauungsplan, etc.)
  • rechtmäßige Bestände oder bereits vorhandene Bewilligungen der baulichen Anlagen (falls vorhanden)
  • erforderliche Bewilligungen für das geplante Vorhaben (Baubewilligung, Naturschutzrechtliche Bewilligung, Wasserrechtliche Bewilligung, etc.)
  • Klärung ob ein bewilligungspflichtiges Vorhaben (§ 19), ein bewilligungspflichtiges Vorhaben im vereinfachten Verfahren (§ 20) oder ein meldepflichtiges Vorhaben (§21) vorliegt.
  • Sie können eine schriftliche oder mündliche Anfrage zur Klärung dieser Vorfragen an die Marktgemeinde Schwarzautal stellen. Je genauer die Angaben Ihrerseits sind, umso schneller können die rechtlichen Vorfragen geklärt werden. Sollte eine Klärung der Gegebenheiten mit unserem Bausachverständigen notwendig sein, ist dies in dieser Phase über die Bauberatungstermine möglich.

2. Planungsphase

  • Sind alle rechtlichen Vorfragen geklärt, wird normalerweise ein Planentwurf durch einen von Ihnen beauftragen Planverfasser/in erstellt. Dieser Entwurf kann dann entweder bei der Bauberatung vor Ort mit unserem Bausachverständigen besprochen oder per Mail übermittelt werden. Wird der Entwurf per Mail gesendet wird er ebenfalls mit unserem Bausachverständigen überprüft und durchgesprochen und der Bauwerber/in bzw. der Planverfasser/in erhält eine Rückmeldung diesbezüglich. In der Regel ist anzumerken, dass Bauvorhaben, welche vorab geprüft wurden, schneller abgewickelt werden können. Diese Vorgangsweise in der Planungsphase ist nicht verpflichtend und stellt eine Unterstützung dar.

3. Einreichunterlagen für bewilligungspflichtige Vorhaben

  • Bauansuchen (§ 22)
    • Eigentumsnachweis nicht älter als 6 Wochen
    • Zustimmungserklärung des Grundeigentümers, wenn Bauwerber nicht selbst Eigentümer
    • bei Bedarf die Zustimmung der zuständigen Straßenverwaltung
    • Nachweis, dass der Baugrundstück ein Grundstück im Sinne des Vermessungsgesetz ist
    • Grundstücksverzeichnis über die Grundstücke, welche bis zu 30 m vom Baugrundstück entfernt sind
    • Bauplatzeignung
  • Projektunterlagen (§ 23)
    • Lageplan
    • Grundrisse sämtlicher Geschoße mit Angabe der Raumnutzung und Nutzflächen
    • Berechnung der Bruttogeschoßflächen aller Geschoße in überprüfbarer Form
    • Angabe des Bodenversiegelungsgrades in überprüfbarer Form
    • Schnitte
    • alle Ansichten, die zur Beurteilung der äußeren Gestaltung erforderlich sind
    • Darstellung der geplanten Geländeveränderung in den Schnitten und Ansichten
    • Energieausweis
    • Baubeschreibung

Die Einreichunterlagen sind von einem befugten Panverfasser/in zu erstellen und firmenmäßig zu unterfertigen.

Das Bauansuchen und die Projektsunterlagen sind vom Bauwerber/in und Grundeigentümer/in zu unterfertigen.

Die Behörde kann noch weitere Unterlagen fordern, wenn aus den oben angeführten nicht allein beurteilt werden kann, ob das Bauvorhaben den Vorschriften entspricht.

4. Bauverhandlung

Die Behörde kann über ein Ansuchen eine mündliche Bauverhandlung durchführen. Bei dieser ist immer ein Ortsaugenschein durchzuführen. Sie dient dazu, das Bauvorhaben auf die Übereinstimmung mit den geltenden Vorschriften unter Beiziehung der erforderlichen Sachverständigen zu prüfen und den beteiligten Parteien (Nachbarn, sonstige Parteien) die Möglichkeit zu geben, zum Bauvorhaben Stellung zu nehmen. Am Ende der Verhandlung wird eine Niederschrift verfasst.

5. Baubewilligungsbescheid

Werden alle Voraussetzungen für die Bewilligung erfüllt, ergeht seitens der Behörde ein Baubewilligungsbescheid, welchem eine Ausfertigung der genehmigten Projektunterlagen angeschlossen ist.

Die Baubewilligung ist für 5 Jahre ab Rechtskraft des Baubescheides gültig. Wird in diesen 5 Jahren nicht mit der Ausführung begonnen, so erlischt die Bewilligung und es muss neuerlich um eine Baubewilligung angesucht werden.

Im Baubewilligungsbescheid werden auch die Kosten des Verfahrens vorgeschrieben. Diese setzen sich aus Kommissionsgebühren, Bundesgebühren, Verwaltungsabgaben und Kosten für Sachverständige zusammen. Die Verfahrenskosten sind von Verfahren zu Verfahren unterschiedlich.

Bitte beachten Sie, dass Änderungen des Projektes nach Erteilung der Baubewilligung möglicherweise einer neuerlichen Bewilligung bedürfen, sofern sie nicht als geringfügig zu betrachten sind.
 

6. Bauabgabe (§ 15)

Anlässlich der Erteilung der Baubewilligung ist dem/der Bauwerber/in die Bauabgabe vorzuschreiben. Hierbei handelt es sich um eine zweckgebundene ausschließliche Gemeindeabgabe.

Die Bauabgabe beträgt € 10,00/m² und ist bei Zu-, Neu- und Umbauten entsprechend der neu gewonnenen Bruttogeschoßfläche zu berechnen, wobei das Erdgeschoß mit 100 % und alle übrigen Geschoße mit 50 % heranzuziehen sind.

Für Betriebsobjekte der land- und oder forstwirtschaftlichen Nutzung, welche nicht dem Wohnen dienen, sind nur 25 % der errechneten Bauabgabe vorzuschreiben.

Wird von der Baubewilligung nicht Gebrauch gemacht, so ist die vorgeschriebene Bauabgabe bei späteren Baubewilligungen auf demselben Grundstück anzurechnen.
 

7. Bauplakette

Der Bauherr hat zur Durchführung von Neu-, Zu- und Umbauten von baulichen Anlagen (ausgenommen Nebengebäuden) und Kleinhäusern, größeren Renovierungen, Garagen und bei Gesamtbauvorhaben einen gesetzlich berechtigten Bauführer heranzuziehen. Dieser hat den Baubeginn bekanntzugeben und die Übernahme der Bauführung durch Unterfertigung der Pläne und Baubeschreibung zu bestätigen. Die Baubehörde stellt dem Bauführer eine Bauplakette mit einem roten Ring aus. Sie ist gut sichtbar für die Zeit der Bauführung auf der Baustelle anzubringen.
 

8. Fertigstellungsanzeige/Benützungsbewilligung (§ 38)

Der/Die Bauherr/in hat der Behörde die Vollendung von Neu-, Zu- und Umbauten von baulichen Anlagen (ausgenommen Nebengebäuden) und Kleinhäusern, größeren Renovierungen, Garagen und bei Gesamtbauvorhaben und vor deren Benützung die Fertigstellung anzuzeigen. Dieser ist die Bauführerbescheinigung, eine E-Attest, ein Rauchfangabnahmebefund (wenn ein Rauchfang vorhanden ist) anzuschließen. Sollten noch weitere Bestätigungen erforderlich sein, sind diese in den Auflagen des Baubewilligungsbescheides angegeben.

Die bauliche Anlage darf ab dem Zeitpunkt des Einlangens der vollständigen und ordnungsgemäßen Fertigstellungsanzeige benützt werden und es findet kein Benützungsbewilligungsverfahren mit Endbeschau statt.

Wird der Fertigstellungsanzeige keine Bauführerbescheinigung angeschlossen, so ist gleichzeitig um die Erteilung der Benützungsbewilligung anzusuchen. In diesem Fall hat sich die Behörde unter Beziehung eines Sachverständigen im Rahmen einer Endbeschau zu vergewissern, dass das Bauvorhaben der Bewilligung und den gesetzlichen Vorgaben entspricht. Die übrigen Bescheinigungen sind jedenfalls vorzulegen. Wird bei der Endbeschau festgestellt, dass alle Vorgaben eingehalten wurden, so ergeht der Benützungsbewilligungsbescheid. Die bauliche Anlage darf erst nach Rechtkraft des Bescheides benützt werden. Im Benützungsbewilligungsverfahren werden Kommissionsgebühren, Bundesgebühren, Verwaltungsabgaben und Kosten für den Sachverständigen vorgeschrieben.

!Wichtig!

Die Benützung einer baulichen Anlage ohne Fertigstellungsanzeige bzw. Benützungsbewilligung ist gesetzlich nicht zulässig und unterliegen den Strafbestimmungen des Stmk. BauG 1995.